
Unter diesem Motto präsentierte sich die Firma Open-Xchange auf dem WebhostingDay 2010. Rafael Laguna de la Vera, CEO des Open Source Groupware- und Collaboration-Anbieters, stand uns im Rahmen des Branchentreffs für ein Interview zur Verfügung.
Frage: Herr Laguna, der aktuelle Hype um das Thema „Cloud Computing“ müsste Sie doch eigentlich mit Genugtuung erfüllen, denn Sie haben Ihre Lösung ja schon sehr früh für den Einsatz „in der Wolke“ ausgerichtet?
Laguna de la Vera:
Stimmt. Bereits im Jahr 2006 trafen wir die Entscheidung, Open-Xchange im gehosteten Modell anzubieten. Ziel war es, in einem ersten Schritt insbesondere den Massenmarkt zu adressieren. Und so fokussierten wir uns zuerst auf die großen Hoster und Internet-Provider. Mit 1&1 konnten wir dann auch verhältnismäßig schnell einen ersten Partner in diesem Marktsegment gewinnen. Seit Frühjahr 2007 ist unsere Lösung bei 1&1 Internet unter dem Markennamen „1&1 MailXchange“ erhältlich.
Frage: Im Consumerbereich sind Sie mittlerweile mit Ihrer Lösung fest etabliert. Doch wie sieht´s im Business-to-Business-Bereich aus.
Laguna de la Vera:
Stand heute setzen weltweit 15 Millionen Anwender Open Xchange-Lösungen ein. Namhafte Internet-Provider auf der ganzen Welt wie 1&1 Internet (USA, UK, Deutschland), Versatel (Deutschland), Network Solutions (USA), Dotster (USA), Nexen – Alter Way Hosting (Frankreich) oder Hostpoint (Schweiz) bieten ihren Kunden unsere Groupware-Lösungen im Software-as-a-Service-Modell an. Doch auch im B2B-Umfeld stoßen wir auf immer größeres Interesse. Waren es zu Beginn vor allem „fast mover“ aus dem Systemhausbereich wie zum Beispiel SIEGNETZ.IT mit ihrem Produkt ojonet, so interessieren sich mittlerweile auch die „Großen“ wie zum Beispiel die Firma Bull (vgl. Bull steigt mit Open-Xchange ins SaaS-Geschäft ein) für eine Zusammenarbeit im SaaS-Umfeld. Damit steigen natürlich auch Größe und Volumen der Projekte.
Frage: Das Thema Cloud Computing wird derzeit allgemein noch kontrovers diskutiert, dennoch scheint die zukünftige Entwicklung hin zum Arbeiten in der Wolke vorgezeichnet. Welche Punkte stehen für Sie persönlich auf der Agenda, wenn es um die weitere Ausgestaltung Ihres Cloud Computing-Angebots geht?
Laguna de la Vera:
Wir beschäftigen uns derzeit mit drei Hauptbereichen: dem Backend, der Datenintegration und dem Frontend. Beim Backend geht es insbesondere um die Integration unterschiedlicher Applikationen zu einer für den Anwender transparenten und für den Cloud Computing-Anbieter einfach verwaltbaren Software-Suite. Der Application Packaging Standard (APS) von Parallels bietet dafür eine bereits praxiserprobte Grundlage. Dennoch wird es darüber hinaus auch in Zukunft notwendig sein, leistungsfähige Schnittstellen zwischen den einzelnen Anwendungen zu bieten.
Der zweite Schwerpunkt ist das Thema Datenintegration. In diesem Zusammenhang spielt ein weiterer aktueller Trend eine große Rolle: Web 2.0 und Social Communities. Gerade im Firmenumfeld wird es wichtig sein, Daten wie z.B. Adressbücher zu synchronisieren und – noch besser – zu konsolidieren und an einer zentralen Stelle abzulegen, auf die dann alle Applikationen zugreifen können. Dazu müssen die Daten natürlich in einem Format vorliegen, die von allen Anwendungen „gelesen“ werden können. Derzeit gibt es bereits solche Ansätze. Eine Anwendung „publiziert“ ihre Daten dann in einen zentralen Datenspeicher oder „abonniert“ die Daten aus dem zentralen Datenspeicher. Für den Endanwender erfolgt dieser Vorgang komplett transparent. Er sieht immer dieselben, aktuellen Daten, unabhängig davon, mit welcher Anwendung er auf sie zugreift.
Der dritte Themenbereich, mit dem wir uns in Zukunft verstärkt beschäftigen werden, ist die Konsolidierung am Front-End, die schon heute unter dem Schlagwort „Single Sign-On“ adressiert wird.
Alles in allem denke ich, dass Cloud Computing in Zukunft dem Endanwender auch im professionellen Umfeld eine benutzerfreundliche und auf seine Anforderungen anpassbare Benutzeroberfläche anbieten wird, über die er per Mausklick auf unterschiedlichste Anwendungen zugreifen kann, in die seine hinterlegten Daten automatisch integriert werden. Mit unserem Produktportfolio und unserer nun doch schon langjährigen Projekterfahrung sind wir sicher, dazu einen wichtigen Beitrag leisten zu können.
Vielen Dank für das Gespräch!