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Software-as-a-Service in Deutschland: „Die Finanzkrise hilft!“

Dies zumindest beobachtet Peer Stemmler, Country Manager Germany bei Cisco WebEx. In einem exklusiven Interview mit dem SaaS-Forum nimmt er zum aktuellen Marktgeschehen, seinem Unternehmen und zur weiteren Entwicklung des Software-as-a-Service- (SaaS-) Marktes in Deutschland Stellung.

Cisco WebEx Country Manager Peer Stemmler im InterviewFrage: Cisco WebEx gehört zu den Pionieren im Software-as-a-Service Bereich? Können Sie uns einen kurzen Überblick über die bisherige Firmengeschichte geben?

Peer Stemmler: WebEx wurde bereits 1996 – also noch vor salesforce.com – in den USA gegründet. Ähnlich wie salesforce.com konzentrierte sich das Unternehmen von Anfang an auf die Bereitstellung eines Software-as-a-Service-Dienstes. Traditionelle Softwarelizenzen wurden zu keiner Zeit angeboten.

Dank Unterstützung namhafter Venture Capital-Firmen gelang dem Unternehmen bereits 2001 der Gang an der Börse. Im Jahr 2007 wurde WebEx dann für einen Kaufpreis von 3,2 Milliarden US-Dollar von der Firma Cisco übernommen. Zu diesem Zeitpunkt erzielten wir bereits einen Umsatz von 500 Mio. US-Dollar mit einer Rendite von 20 Prozent. Damit gehörten wir mehrere Jahre zu den „Fastest Growing Companies“ von Forbes.

Frage: Viele Marktbeobachter gewinnen der derzeitigen Wirtschafts- und Finanzkrise in Bezug auf die weitere Entwicklung des SaaS-Marktes sogar etwas Positives ab. Durch den erhöhten Druck zum Kosten sparen würden viele Unternehmen sich nach Alternativen zum traditionellen Softwareeinsatz umsehen. Wie bewerten Sie diese Aussage?

Peer Stemmler: Diese Aussage kann ich nur bestätigen. Die Wirtschafts- und Finanzkrise – so schmerzhaft sie für viele Unternehmen ist – ist eindeutig der derzeitige Treiber für den weiteren Ausbau des SaaS-Marktes in Deutschland. Viele Unternehmen stehen derzeit unabhängig von ihrer Größe vor dem Problem geringer Liquidität, das heißt: alle Investitionen, ob Maschinen, Fuhrpark oder Software-Anwendung, werden einer möglichst genauen Prüfung unterzogen. Nur was die Liquidität so wenig wie möglich belastet und die Aussicht bietet, sich schnell zu rechnen, wird auch angeschafft. Transparente, vorab kalkulierbare Preismodelle wie wir sie als Software-as-a-Service-Dienstleister bieten können, passen deshalb ideal in die derzeitige Situation vieler Unternehmen.

Frage: Wie hoch schätzen Sie die Kostenvorteile einer SaaS-Lösung wie WebEx im Vergleich zu einer traditionellen Lizenzlösung ein? Gibt es konkrete Kostenvergleichsrechnungen?

Peer Stemmler: Die Kostenvorteile sind nachweisbar, hängen aber in ihrer absoluten Größe immer vom Einzelfall ab. Das Schlagwort in diesem Zusammenhang lautet: Total Cost of Ownership (TCO). Allerdings wissen wir aus der Praxis, dass diese Berechnungen gar nicht so einfach sind und oft die Gefahr bergen, dass man sich die Kosten „schön rechnet“. Die Kosten für die SaaS-Lösung Cisco WebEx sind einfach zu berechnen: Monatliche Nutzungsgebühr x Zahl der Nutzer zuzüglich der Kosten für den Internet-Zugang. Die Berechnung der TCO für den Eigenbetrieb wird da schon komplexer, denn es müssen ja alle Kosten für den Betrieb der Softwarelösung – also auch indirekte Kosten für die benötigte Infrastruktur sowie IT-Personalkosten – berücksichtigt werden. Dass sich je nach Betrachtungsweise dabei ein gewisser „Bewertungsspielraum“ ergibt, liegt auf der Hand. Wir bieten unseren Kunden entsprechende Kalkulationsschemata an und wissen aus Erfahrung, dass bei seriöser Kostenbetrachtung die SaaS-Lösung immer besser abschneidet.

Frage: Der Begriff Return-on-Invest (ROI) ist in den letzten Jahren zum Dogma für IT-Investitionen geworden. Viele SaaS-Anbieter „prahlen“ gerade damit, welch schnellen ROI sie bieten. Wie stehen Sie zu diesem Thema?

Peer Stemmler: Das ist keine Prahlerei, sondern Fakt. Lassen Sie mich dies an einem konkreten Kundenbeispiel erläutern. Ein deutsch-finnisches Unternehmen hatte ursprünglich vor, 42.000 seiner Mitarbeiter mit einem Cisco WebEx-ähnlichen Service auszustatten. Allein das Einrichten der dafür notwendigen Infrastruktur hätte sechs bis neun Monate gedauert, der Rollout dann weitere drei Jahre. Erst danach hätte das Unternehmen überhaupt erst mit einer ROI-Betrachtung beginnen können, wobei das Projekt die immensen Anlaufkosten erst einmal aufholen hätte müssen, um einen positiven ROI zu erzielen. Mit Cisco WebEx konnte das Unternehmen sofort auf den Dienst zugreifen, der Return on Invest beginnt damit mit dem ersten Tag der Nutzung.

Frage: Kosten, Kosten, Kosten. Derzeit lassen sich alle Diskussionen zu IT-Investi¬tionen auf dieses Thema reduzieren. Software-as-a-Service schlägt sich da ja nicht schlecht. Doch sind es wirklich nur die Kosten, die für einen SaaS-Einsatz sprechen?

Peer Stemmler: Natürlich nicht, wenn auch die aktuelle wirtschaftliche Situation und die damit verbundene Kostendiskussion wie bereits erwähnt derzeit vieles überlagert. Um beim Beispiel Cisco WebEx zu bleiben: Mit dem Einsatz eines Web-Conferencing-Dienstes wie Cisco WebEx bietet ein Unternehmen seinen Kunden und Geschäfts¬partnern den Vorteil, sich orts-unabhängig mit ihm auszutauschen und Unterlagen gemeinsam zu bearbeiten. Es erzielt damit eine höhere Kontaktrate als mit den traditionellen Kommunikationskanälen. In Bezug auf die Erhöhung der Arbeits¬effizienz und die Verbesserung des Kundenservices, aber auch gesellschaftliche Faktoren wie den Umweltschutz, ist dies – unabhängig von der Kostenersparnis – ein konkreter Business-Nutzen für den Cisco WebEx-Kunden. Darüber hinaus verlagert sich durch den Einsatz des Cisco WebEx-Dienstes die Verantwortlichkeit für die Bereitstellung der Lösung. Diese liegt nicht mehr beim Kunden, sondern bei uns. Mit monatlich mehr als 3,5 Millionen Menschen, die unseren Cisco WebEx-Service nutzen, sind wir in der Lage, ein weitaus höheres Maß an Datensicherheit, Ausfall¬sicherheit und Redundanz zu bieten, als dies unsere Kunden selbst könnten. Die immer wieder zitierte Analogie zur Energie-Industrie passt einfach: Niemand, der Strom nutzen möchte, baut sich heute noch ein Kraftwerk in den Keller. Außerdem bieten wir dem Kunden die Möglichkeit, jederzeit Anwender dazu- oder wegzu¬nehmen. Die Infrastruktur ist immer da und steht ihm jederzeit zur Verfügung!

Frage: Wie sehen Sie die weitere Marktentwicklung? Nutzen wir in fünf oder zehn Jahren nur noch Software-as-a-Service, wird es eine friedliche Ko-Existenz mit Lizenzsoftware geben oder ist SaaS einer der IT-Hypes, die wieder verschwinden?

Der Software-as-a-Service-Markt ist weltweit, aber insbesondere in Deutschland derzeit noch klein, da sind sich alle Marktforscher einig. Die Wachstumsraten sind allerdings schon heute um ein Vielfaches höher als in anderen IT-Marktsegmenten. Damit wird das Marktsegment für Anbieter weiter sehr attraktiv sein. Für Cisco WebEx ist Deutschland heute der zweitgrößte europäische Markt nach Großbritan¬nien. Dort ist die Akzeptanz für Software-as-a-Service-Lösungen deutlich höher, doch ich denke, dass diese Akzeptanz auch in Deutschland aus den genannten Gründen weiter steigen wird. Es wird aber sicher noch einige Jahre dauern, bis der Software-as-a-Service-Markt ein relevantes Volumen erreichen wird. Dass das Thema wieder verschwindet, glaube ich nicht. Dazu haben bereits zu viele Anwender positive Erfahrungen mit dem Einsatz von SaaS-Lösungen gemacht. Die deutliche höhere Internet-Affinität der jüngeren Generation und die Veränderungen in der Arbeitswelt werden außerdem dazu führen, dass webbasiertes Arbeiten immer mehr zum Alltag werden wird.

Wir danken für das Gespräch! (wg)

Weitere Informationen zu Cisco WebEx im Lösungskatalog des SaaS-Forums.

 

 



 

 

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