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Pironet Business Chat

 

Den Kopf in den Wind drehen

Wie Nordex in turbulenten Märkten beweglich bleibt

Nordex: Energie aus Wind auf der ganze Welt (Fotoquelle: Nordex AG)Angesichts der aktuellen Finanzkrise fürchten Unternehmen Umsatz- und Substanzverluste. Auch das Gegenteil, schnelles Wachstum bei hartem Wettbewerb, bedeutet unruhige Zeiten. Die Nordex AG hat als einer der erfahrensten Windkraftanlagenbauer auf dem Weltmarkt beides schon erlebt – und wichtige Lehren daraus gezogen.

Für Nordex bedeutet der weltweite Aufwind für die Ökotechbranche die Entwicklung von einer kleinen dänischen Windradfabrik zu einem multinationalen High-Tech-Konzern mit Produktionsstätten in Deutschland, China und künftig auch in den USA. Was vor 24 Jahren mit einem Ingenieur und ein paar Mitarbeitern begann, ist heue eine schnell wachsende Aktiengesellschaft mit 2000 Mitarbeitern, über einer Milliarde Euro Umsatz und Büros in dreißig Ländern.

Dieses Wachstum fordert ebenso viel Kreativität von den Anlagenbauern wie Kraft und manchmal auch Gewalt des Windes bei der Entwicklung immer größerer Rotoren. So will Vorstandschef Thomas Richterich den Umsatz seines Unternehmens in den kommenden Jahren vervielfachen. Für einen Windanlagenbauer indes heißt doppelter Umsatz: doppelt so viele Großbaustellen an meist schwer zugänglichen Orten wie Wüsten oder auf offener See. Denn Nordex produziert nicht nur Windräder, sondern ist zugleich für Aufbau, Installation und Wartung kompletter Windparks verantwortlich.

Softwarelandschaft: Wachstumsmotor oder Bremse?

Errichtung einer Nordex-Offshore-Anlage im Kattegatt  (Fotoquelle: Nordex AG)Um seine Wachstumsziele zu erreichen, bringt Nordex nicht nur Rotoren, sondern auch seine Geschäftsprozesse auf Stromlinienform. Eine Schlüsselrolle bei diesem Vorhaben spielt die Informationstechnik, vor allem das zentrale SAP-System, in dem alle Fäden zusammenlaufen. Doch ausgerechnet dieses digitale Nervensystem verursachte bei Nordex zu Anfang Wachstumsschmerzen.

Schon früh hatte man sich für ein Outsourcing des Softwarebetriebs entschieden. Nicht nur aus Kostengründen, weiß Jasper Bhaumick, CIO bei Nordex. Die damit verbundene Standardisierung sollte es einfacher machen, die IT-Landschaft bei Bedarf schnell ausbauen zu können. Mit dem Umfang der Systeme wuchs aber auch ihre Komplexität. Hierbei stieß das herkömmliche Application-Outsourcing an seine Grenzen. Denn der damalige Outsourcing-Dienstleister war auf den Betrieb standardisierter Umgebungen eingestellt. So machte der kreative Ausbau der Systeme den Serviceeinsatz zum Dauerfall und die Kalkulation des Outsourcing-Nehmers zunichte.

Dienstleister-Team aus Integrations- und Betriebsspezialisten

Nordex modifizierte daraufhin seine Outsourcing-Strategie: Mit dem Wechsel des Dienstleisters holte der Anlagenbauer zugleich die SAP-Beratung Gambit Consulting GmbH ins Boot, die heute Hand in Hand mit den Outsourcing-Spezialisten der Pironet NDH AG arbeitet. „Dadurch stellen wir einerseits den Applikations-Betrieb sicher und haben andererseits das nötige Know-how im Dienstleister-Team, um die ausgelagerten ERP-Systeme spezifisch an unsere Anforderungen anzupassen“, betont Nordex-CIO Bhaumick.

Inzwischen hat sich das neue Outsourcing-Tandem in Zusammenarbeit mit dem internen SAP-Team in mehreren Projekten bewährt. Eines der aufwendigsten bisher war die Einführung des mobilen SAPs für den Außendienst. Dreihundert Feldtechniker hält der Anlagenbauer dauerhaft im Einsatz. In dreißig Ländern kümmern sie sich um den Service für derzeit 3000 Windkraftanlagen. Die Feldtechniker können sich nun seit kurzem weltweit über ihr Notebook ins zentrale Nordex-SAP einwählen und erhalten vor Ort alle Instruktionen und Wartungspläne, die sie für ihren vorliegenden Serviceauftrag benötigen.

Der Aufbau des mobilen SAP verlangte dabei von den Dienstleistern Gambit Consulting und Pironet NDH deutlich mehr als reines SAP- und Hosting-Wissen. So erforderte die Anbindung der mobilen Lösung an das stationäre ERP auch Erfahrung mit Web- und Java-Technologien. Spezielle Zwischensysteme beispielsweise sorgen dafür, dass die stationäre SAP-Technologie überhaupt mit den mobilen Komponenten zusammenarbeitet.

Wachstumsfreundlicher Outsourcing-Vertrag

„Trotz derartiger Eingriffe in die ausgelagerte Softwarelandschaft funktioniert unser Application-Outsourcing heute“, sagt Bhaumick. Neben der engen Zusammenarbeit zwischen SAP- und Rechenzentrumsspezialisten sieht er in der Gestaltung des Outsourcing-Vertrags eine entscheidende Stellschraube für den Erfolg. Üblicherweise realisieren Outosurcing-Anbieter Spareffekte und verlässliche Kosten über die Standardisierung ihrer Softwaredienste. Bei Nordex hingegen gehört die kreative Weiterentwicklung und insofern Individualisierung zum Outsourcing-Programm. Entscheidend sei, meint Holger Wüsthoff, Projektmanager bei Gambit Consulting, den für den Kunden erforderlichen Freiheitsgrad in der Gestaltung seiner IT in die Gesamtrechnung von Anfang an mit aufzunehmen. „Darum haben wir mit Nordex ein Vertragsmodell entwickelt, mit dem der Kunde das geplante Wachstum seiner IT schon heute kalkulationssicher hat und trotzdem seine Systeme mit der dynamischen Geschäftsentwicklung synchronisieren kann“, ergänzt Felix Höger, Vorstand beim mittelständischen Outsourcing-Spezialisten Pironet NDH.

„Unter diesen Bedingungen hat sich bei Nordex das Application-Outsourcing sogar zum Garanten für das schnelle Wachstum und die ehrgeizige Fortentwicklung der ERP Landschaft entwickelt“, sagt Nordex-CIO Bhaumick. Das zeige nicht nur beim Anlagenbetrieb, sondern gerade auch beim Thema Fachwissen, betont Gambit-Berater Wüsthoff: „Das Entwicklungstempo kann nur mitgehen, wer über einen Stab von Leuten verfügt, die all die Technik bereits beherrschen, die das Unternehmen einmal einsetzen will.“ „Wenn ein Unternehmen jedoch vorher erst schulen muss“, ergänzt Pironet NDH-Vorstand Höger, „bleibt eine interne IT-Abteilung immer hinter der aktuellen Unternehmensanforderung zurück.“ Durch die Zusammenarbeit mit Betriebs- und Integrationsspezialisten hingegen umgeht Nordex dieses teure Hase-und-Igel-Rennen und kann seine Softwarelandschaft so schrittweise bis zu einem hoch integrierten Großsystem ausbauen - und das nicht trotz, sondern durch Outsourcing.

Weitere Informationen zu Nordex: www.nordex.de
Weitere Informationen zu PIRONET NDH: www.pironet-ndh.com

 


Weitere Anwenderberichte finden Sie in der Rubrik “Praxis” im SaaS-Forum.

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