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saas-ländervergleich: deutschland-läuft-hinterherIm Vergleich zu Frankreich und Großbritannien:
Deutschland läuft bei SaaS hinterher

Zu diesem Ergebnis kommt eine im April 2009 veröffentlichte Studie des Marktforschungsinstituts Gartner. Überprüft wurde, inwieweit Software-as-a-Service (SaaS), also der Einsatz von Software-Anwendungen, die von einem Dienstleister über das Internet zur Verfügung gestellt werden, heute bereits in Unternehmen in Frankreich, Großbritannien und Deutschland genutzt wird. Während in Frankreich (71 Prozent) und in Großbritannien (68 Prozent) bereits mehr als zwei Drittel der Unternehmen angaben, sie würden SaaS-Lösungen im Arbeitsalltag einsetzen, waren es in Deutschland gerade einmal 45 Prozent.

Darüber hinaus fragte Gartner nach dem Zeitraum, in dem SaaS-Lösungen bereits genutzt werden. In Frankreich nutzen nur vier Prozent der Unternehmen sie kürzer als 12 Monate, in Großbritannien dagegen 17 Prozent. Die landläufige Annahme, SaaS sei in Europa "auf der Insel" am stärksten verbreitet wird dadurch laut Gartner etwas relativiert. In Deutschland erklärten 21 Prozent der Unternehmen, SaaS-Lösungen erst kürzer als ein Jahr einzusetzen.

Und auch auf Anbieterseite scheint zum Thema Software-as-a-Service alles andere als Euphorie zu herrschen. Eine aktuelle, repräsentative Erhebung des SoftGuide Softwareführers unter seinen mehr als 5.300 im Verzeichnis vertretenen Software-Anbietern ergab: Software-as-a-Service - kurz SaaS - ist weiterhin für die Mehrzahl der Software-Anbieter im deutschsprachigen Raum als Geschäftsmodell kaum relevant. Nur sieben Prozent (Vorjahr: fünf Prozent) derer, die bislang keine SaaS-Lösungen anbieten, planen in der nahen Zukunft ein solches Angebot. So schafft es beispielsweise der Lösungkatalog im SaaS-Forum auf gerade einmal 150 Anwendungen. Zum Vergleich: Im SoftGuide Softwareführer (http://www.softguide.de) sind es mehr als 13.900 Anwendungen!

Software-as-a-Service: Weltweit top, in Deutschland flop !?!

Und so drängt sich dem Marktbeobachter natürlich die Frage auf, ob man nicht SoftGuide-Geschäftsführer Uwe Annuß zustimmen soll, wenn dieser aus Anlass der oben genannten Befragung konstatiert: „Cloud Computing und SaaS bleiben Trendthemen in der Fachpresse. Auch wenn mittlerweile das SaaS-Angebot gestiegen ist, wird es aber wohl noch lange dauern, bis webbasierte Lösungen allgemein akzeptiert sind - und zwar von allen Marktteilnehmern.“

Da passt es fast schon ins Bild, wenn der deutsche Vorzeige-Softwarehersteller SAP erst vor kurzem vermeldet, dass das eigene, bereits 2007 angekündigte SaaS-Produkt Business by Design wohl nun doch erst im ersten Halbjahr 2010 seine Marktreife erreichen wird. Von der Milliarde zusätzlichen Umsatz, die das Produkt bis 2010 erzielen sollte, ist in Walldorf schon lange keine Rede mehr.

Im Gegensatz dazu "powern" die meisten internationalen Softwarehersteller derzeit in Richtung Software-as-a-Service/Cloud Computing und haben dabei auch den deutschsprachigen Markt im Visier. Ende April gab kein Geringerer als Microsoft-CEO Steve Ballmer in Köln den Startschuss für den Vertrieb der Microsoft Online Services in Deutschland. Google setzt die Premier Edition seiner Google Apps dagegen, der schwedische SaaS-Anbieter Projectplace meldet für das erste Quartal 2009 auch in Deutschland eine Planerfüllung von mehr als 100 Prozent. Salesforce.com, Oracle und einige weitere internationale Anbieter tummeln sich seit Jahren im Bereich Customer Relationship Management (CRM). Selbst Anbieter von Security-Software (Anti-Viren, Anti-Spam, etc.) haben das Thema Software-as-a-Service entdeckt.

Und so ist es kein Wunder, dass Gartner wiederum dem weltweiten SaaS-Markt selbst im Wirtschaftskrisenjahr 2009 ein Wachstum von 22 Prozent prognostiziert. Und in Deutschland …?

Internetnutzung in Deutschland: Die Grundlage ist geschaffen

Dabei hat sich doch auch in Deutschland in den letzten Jahren die Nutzung des Internet drastisch geändert. Sie beschränkt sich schon lange nicht mehr auf das reine "Surfen": Wir kaufen Bücher, wir buchen unseren Urlaub und wir tätigen sogar unsere Bankgeschäfte online. Dass wir uns mit Freunden, Bekannten und Geschäftspartnern über diverse Online-Foren und Communities austauschen, versteht sich von allein. Warum also fällt es uns scheinbar schwerer als anderen, auch Software-Anwendungen über das Internet zu nutzen? Nun, zuerst einmal tun wir das als Privatanwender in der Regel bereits seit Jahren. Der eMail-Account bei Freenet, GMX oder T-Online, die Buchungsmaschine bei expedia.de oder der Online-Katalog von amazon.de – alles Software-as-a-Service. Um die Angebote nutzen und unsere Transaktionen durchführen zu können, benötigen wir weder eine Software auf dem eigenen Rechner noch irgendeine Infrastruktur für das Speichern unserer Daten (emails, Buchungsdaten, Kaufabrechnungen). Das alles stellt uns der Dienstleister zur Verfügung – in diesem Fall sogar kostenlos, denn er verdient entweder an unseren Einkäufen und Buchungen oder er blendet Werbung ein und lässt sich diese bezahlen. Doch wenn es um den Einsatz im Unternehmensbereich geht, scheint der SaaS-Eifer vorbei. Auf einmal sprechen die "Abhängigkeit vom Dienstleister" bzw. die "Furcht, Daten an einen Dritten auszulagern", gegen den Einsatz webbasierter Anwendungen. Zumindest wird dies seit Jahren in Befragungen als Gründe genannt, die gegen einen Einsatz von Software-as-a-Service sprechen. Und in der Tat scheint es in der Natur des Deutschen zu liegen, im Gegensatz zu anderen Nationalitäten stärker zwischen Privat und Geschäft zu trennen. Oder haben Sie etwa keinen amazon.de-Account eingerichtet und damit ihre kompletten Kontakt- und Bankdaten an einen Dritten ausgelagert? Das Urlaubsvideo bei YouTube, Ihre emails nebst Anlagen bei GMX, die Überweisungen per Onlne-Banking …

Abhängigkeiten gibt es doch im Geschäftsleben immer – von Zulieferern, Vertriebspartnern, Mitarbeitern, ja selbst vom Software-Lieferanten, der Ihnen bisher regelmäßig ein Software-Update auf CD-ROM schickt – von dem Sie hoffen müssen, dass es beim Einspielen richtig funktioniert, bzw. dass er alles so hinbekommt, dass Sie reibungslos weiterarbeiten können. Darüber hinaus sind in einer traditionellen IT-Umgebung Sie als Anwender selbst dafür verantwortlich, dass die für den Betrieb der Software notwendige Infrastruktur gegeben ist, von der Hardware über das Netzwerk bis hin zur sicheren Datenhaltung. Bedenkt man die Komplexität moderner IT-Umgebungen und die permanente Abhängigkeit der meisten Unternehmen von einer funktionsfähigen IT, so wird heute niemand mehr behaupten, dass dies ein einfaches, kostengünstiges und vor allem risikoloses Unterfangen sei?

Mut zu Neuem in der Krise

Doch gerade die derzeitige schwierige wirtschaftliche Situation scheint auch bei deutschen Unternehmen einen Prozess des Umdenkens eingeleitet zu haben. So stellt Gartner in seiner eingangs zitierten Studie fest: "Im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld konzentrieren sich Endkunden noch stärker auf die Themen Total Cost of Ownership (TCO), Return on Invest (ROI) und möglichst schnelle Einsatzfähigkeit einer Software-Lösung. Die gute Nachricht ist, dass SaaS in unterschiedlichem Maße bei allen diesen Themen Vorteile bieten kann."

Und so steigt auch die Zahl an deutschen SaaS-Anwendern kontinuierlich an. Selbst ein Traditionsunternehmen wie Siemens entschied sich erst kürzlich dafür, seine Software für das Kundenbeziehungsmanagement (Customer Relationship Management, CRM) in Zukunft konzernweit "als Service" zu beziehen.

"Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben …"

Und die deutsche Software-Branche? Die sollte es sich noch einmal überlegen, ob sie es sich leisten kann, erst einmal abzuwarten. Wie das Beispiel SAP Business by Design zeigt, gelingt es nicht einmal einem weltweit führenden Software-Anbieter, "über Nacht" eine SaaS-Lösung auf den Markt zu werfen. Wenn man dabei bedenkt, dass bei SAP nach eigenen Aussagen im ersten Quartal 2009 die Lizenzumsätze um 30 Prozent gesunken sind, erkennt man schnell das Dilemma für viele Software-Anbieter, die sich nicht in der verhältnismäßig günstigen Lage eines weltweit führenden Unternehmens befinden. Um sinkenden Lizenzumsätzen zu begegnen, sollten diese sich schleunigst darüber Gedanken machen, ob und wie sie ihre Lösungen "SaaS-fähig" machen können. Darüber hinaus muss berücksichtigt werden, dass sich mit dem geänderten Abrechnungsformat (monatliche Nutzungsgebühr statt einmaliger Lizenzgebühr) auch die Zahlungsströme ändern.

Wie so häufig in der Vergangenheit wird auch der deutsche SaaS-Markt sich rasant weiterentwickeln. Dafür sorgen allein schon die derzeitige wirtschaftliche Situation und die globale Verflechtung der meisten deutschen Unternehmen. Diese werden dann über ihre ausländischen Niederlassungen und Partner an das Thema Software-as-a-Service herangeführt. PC und Internet waren ebenfalls keine Erfolge "über Nacht", heute stellt sie wohl niemand mehr in Frage. Ähnlich wird es mit Software-as-a-Service sein.

Autor: Werner Grohmann, SaaS-Forum

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