Datability, Cloud Computing für den Mittelstand und weniger Blasen an den Füßen: Ein Tag auf der CeBIT 2014

Am Montag war es soweit. Wie (fast) in jedem Jahr hieß es auch dieses Mal wieder: “It’s CeBIT-Time, auf nach Hannover!” Wenn man die immer noch weltweit größte IT-Messe bereits in den 80er Jahren erstmals besucht und dann die Exzesse zu Zeiten der “new economy” erlebt hat, ist man nachwievor erstaunt, wenn man heute in der S-Bahn zum Messegelände auch kurz vor Messebeginn noch einen Sitzplatz bekommt und am Eingang einfach “durch geht”, anstatt wie früher Rücken an Rücken gedrängt auf den Einlass zu warten, um endlich das Neueste aus der IT- und TK-Welt bestaunen zu können. Und wenn man im Vorfeld erfahren hat, dass der Veranstalter die Messe nun endgültig in Richtung “Business-Event” ausgerichtet hat und erstmals auf den Samstag als “Publikumstag” verzichtet, bekommt man fast ein wehmütiges Gefühl, wenn man sich an Zeiten zurück erinnert, in denen die Messe Mitte der Woche begann, über das gesamte Wochenende ging und dann Mitte der nächsten Woche erst endete – inklusive Horden von Privatbesuchern am Wochenende und der gefühlt millionenfach oft gestellten Frage: “Ham’se nen Kuli??”


Doch zurück zur CeBIT 2014: Bei traditionellen Leitthema “Datability” hatte sich der Veranstalter zumindest ein Motto ausgesucht, das im Gegensatz zur Share(e)economy aus dem letzten Jahr keine Zweifel in Bezug auf Schreibweise und Aussprache ließ, sehr wohl aber bei der Bewertung Und so gab es auch dieses Jahr wie üblich positive wie kritische Stimmen zum Thema. “Erklärungsbedürftig” nennt es die IT-Zeitschrift c’t, vom “Aufruf zu einer Wertedebatte” spricht update software-Chef Thomas Deutschmann.

Telekom Deutschland: “Ein Feuerwerk an Ankündigungen”

Dirk Bachofen, Telekom, CeBIT 2014Das zumindest versprach Dirk Backofen, Leiter Marketing Geschäftskunden bei der Telekom Deutschland bei der Einführung zu seiner fast einstündigen Präsentation vor Journalisten. Und er hielt Wort. Nachfolgend nur die wichtigsten Neuerungen, mit denen die Telekom mittelständische Geschäftskunden – Backofen definierte die Zielgruppe auf Nachfrage als Unternehmen zwischen 1 und 1000 Mitarbeitern – für das eigene Angebot begeistern möchte. Immerhin lautet das vorgegebene Ziel, bis zum Jahr 2018 einen Mehrumsatz mit IT- und Cloud-Lösungen in Höhe von 600 Millionen Euro zu erzielen.

  • Start einer Mittelstandsinitiative mit integrierten IT- und Cloud-Produktangeboten wie zum Beispiel DeutschlandLAN Telefonanlagen aus dem Netz auf Basis Swyx oder Lync, Managed Workplace-Angebote (gehostete Desktops aus der Private Cloud) und TeamLike, einer Enterprise Social Network-Lösung
  • Mittelstandswettbewerb Cloud Champions mit einem Preisgeld für den Gewinner von 10.000 Euro.
  • Partnerprogramm Mittelstand für IT, M2M, Festnetz und Mobilfunk
  • Neue Lösungen im Telekom Business Marketplace: Auf der CeBIT 2014 als neue Partner wurden präsentiert Sage (Sage einfachLohn) und Perceptive Software (SAPERION fileNshare)

Darüber hinaus investiert die Telekom natürlich weiter in den Ausbau der eigenen Infrastruktur (300 Mbit/s LTE, Deutschland Connect IP, sicheres RZ-Netz, etc.).

Nicht abschließend geklärt werden konnte während des Besuchs auf dem Telekom-Stand, was es mit dem aus – angeblich mehreren Tausend – magenta-farbigen Regenschirmen gebildeten “Standdach” auf sich hatte. Vielleicht hatte man ja einfach nur Angst vor einem undichten Hallendach … (?)

CeBIT 2014 Telekom-Stand

FNT Cloud Solutions: ITIM-as-a-Service mit FNT CommandSMB

Noch etwas “geplättet” vom Telekom-Feuerwerk ging es dann weiter zur Firma FNT Cloud Solutions. Mit FNT CommandSMB bietet das Unternehmen eine Software-as-a-Service-Lösung zur Verwaltung der physikalischen Infrastruktur, der Verkabelung sowie der physikalischen Wegesuche und damit nach eigenen Angabeo eine ideale Plattform zur durchgängigen Darstellung der Infrastruktur eines Firmennetzwerkes. Die in FNT CommandSMB platzierten Objekte können physikalisch und logisch verbunden werden und schaffen eine lückenlose Transparenz über das Netzwerk des Gesamtunternehmens. Bei der Entwicklung der Cloud-Lösung profitierte das Unternehmen von der Expertise und den jahrzehntelangen Erfahrungen der Muttergesellschaft FNT GmbH. FNT ist nämlich ein führender Anbieter integrierter Softwareprodukte für die Dokumentation und das Management von IT- und Telekommunikationslösungen sowie Rechenzentren und Gebäude. Die Software wird bereits seit 1994 weltweit als IT Management Lösung/OSS bei Unternehmen, Rechenzentren, Telekommunikationsdienstleistern und Behörden von mehr als 25.000 Benutzern verwendet. Die Kundenbasis umfasst weltweit mehr als 500 Kunden. Mehr als die Hälfte der im DAX30 notierten Konzerne sind FNT Kunden.

Mit der Cloud-basierten Lösung adressiert die Tochtergesellschaft, die sich vor kurzem auch an der Initiative Cloud Services Made in Germany beteiligt hat, speziell mittelständische Unternehmen, für die die “große” Lösung zu komplex und sicher auch zu kostspielig ist. FNT CommandSMB gibt es nämlich bereits ab 199 Euro pro Benutzer und Monat.

Matrix42: 300m² Workspace Management

Der nächste Stop lautete Halle 3: Auf dem 300-Quadratmeter-Stand präsentiert die Firma Matrix42 ihre Workspace Management Lösungen und nutzt die Messe für mehrere Produktlaunches sowie zahlreiche Updates und Feature-Erweiterungen für seine Software. Auch elf Kooperationspartner des Unternehmens stellen auf dem Matrix42 Stand aus. Laut Gartner ist Matrix42 die einzige Lösung am Markt, die das ganzheitliche Management physischer, virtueller und mobiler Arbeitsumgebungen über die gleiche Lösung ermöglicht. Wie die Lösungen im Detail aussehen und funktionieren, präsentieren die Matrix42 Spezialisten zusammen mit den drei Top-Partnern des Unternehmens, TAP Desktop Solutions, Consulting4IT und DSP IT Service sowie mit acht weiteren Channel- und Technologie-Partnern, die ebenfalls am Matrix42 Stand ausstellen. Markus Baumann, VP Sales, Matrix42, erklärte im Vorfeld: „Viele Unternehmen stehen heute vor der Herausforderung, die zunehmende Zahl an Endgeräten zu managen. Wer da den Überblick behalten will, kann dies nur mit einer übergeordneten Management-Suite, die sowohl physische, wie auch virtuelle und mobile Geräte und deren Applikationen steuert.“ Auch Matrix42 gehört mittlerweile zu den Unternehmen, die sich in der Initiative Cloud Services Made in Germany engagieren.

xelos.net:Neue Lizenzmodelle auf der CeBIT 2014 vorgestellt

Der letzte Besuch auf der diesjährigen CeBIT führte dann zur blueend web:applications AG. Diese stellt auf der Messe die neue Version 5.6 ihrer Social Collaboration-Software xelos.net vor. Die Cloud-Lösung ermöglicht es Unternehmen, die Zusammenarbeit und Kommunikation mit Kunden, Dienstleistern und unter den Mitarbeitern zu optimieren. Mit weiteren Funktionen für mehr Sicherheit ebenso wie mit neuen Lizenzoptionen können ab sofort noch mehr Kunden von der Intranet-Software profitieren.

Die seit zehn Jahren auf dem Markt etablierte und stetig weiter entwickelte modulare Business-Plattform xelos.net setzt sich aus verschiedenen Apps wie beispielsweise Social-Activity-Stream, Microblogging, Dokumentenablage (DMS), CRM, Wiki, Projektgruppen und Foren zusammen. Unternehmen sind so in der Lage, passgenau die Bausteine zu wählen, die für ihre Anforderungen zum Einsatz kommen sollen.

Für die neue Version 5.6 von xelos.net business, die sich an Unternehmen und Organisationen richtet, hat die blueend web:applications AG weitere Maßnahmen für die Steigerung der Usability umgesetzt. So wurde für die effiziente Administration des Systems eine neue Oberfläche geschaffen, die es dem zuständigen Mitarbeiter erlaubt, leichter Einstellungen vorzunehmen oder anzupassen sowie Rechte zu verwalten. Auch die Gruppenfunktionen wurden überarbeitet. Offene oder geschlossene Projektgruppen sowie Projekträume können nun komfortabler eingerichtet und auf Wunsch flexibel um neue Apps ergänzt werden. Ebenso liegen nun Vorlagen vor, mit Hilfe derer schneller neue Gruppen eingerichtet oder auch kopiert werden können. Darüber hinaus hat xelos.net business eine intelligente 2-Faktor-Authentifizierung erhalten: Sie verhindert mittels eines eindeutigen Identitätsnachweises eines Nutzers durch die Kombination zweier verschiedener Komponenten den unerwünschten Zugriff auf das System und somit auf hinterlegte Daten und Dokumente.

Fazit nach einem Tag CeBIT 2014: Quo vadis, CeBIT?

Es lag sicher nicht nur am schönen Wetter mit frühlingshaften Temperaturen und Sonnenschein, dass der diesjährige CeBIT-Besuch subjektiv empfunden deutlich entspannter verlief als in den vergangenen Jahren und auch die deutlich weniger schmerzenden Beine nach einem Tag Messegelände danken dem Veranstalter an dieser Stelle für seine Entscheidung zu mehr “Business” und weniger “Jägern und Sammlern” (von Werbegeschenken). Doch es gibt bereits jetzt auch kritische Stimmen. Für Hotels und Gastronomie in und um Hannover ist die CeBIT dieses Jahr “eine Katastrophe”. Und auch von Ausstellerseite hört man erste Klagen über den geringen Besucherzuspruch. Wer wissen möchte, wie es mit der CeBIT weitergeht, kann sich ja bereits den Termin 2015 notieren. Die CeBIT 2015 findet von 16.3. bis 20.3.2015 statt.




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