Cloud oder Nicht-Cloud

Deutsche Software-Hersteller vor dem Einstieg in das Cloud Computing-Business: Cloud oder Nicht-Cloud, das ist hier die Frage

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“Soll ich oder soll ich nicht?” Vor dieser Frage stehen derzeit viele der laut BITKOM knapp 9.000 Softwarehäuser in Deutschland (Stand 2012), wenn es um das Thema Cloud Computing geht. Anders als in vielen anderen Ländern – speziell USA, Großbritannien oder Skandinavien – tut sich das Konzept, Software via Internet als Service anzubieten, in Deutschland immer noch etwas schwer. Neben den rein technischen Fragen spielen dabei eine ganz Reihe organisatorischer und betriebswirtschaftlicher Erwägungen eine Rolle, die es zu klären gibt, bevor sich ein Softwarehersteller “in die Wolke wagt”. Und er muss das “Henne-/Ei-Problem” im Cloud Computing lösen.

Welche Gründe sprechen aus Sicht eines deutschen Softwareunternehmens für Cloud Computing?

Wenn Softwarehersteller in Deutschland diese Frage heute ehrlich beantworten sollen, würden viele von ihnen wahrscheinlich gestehen: “Eigentlich KEINE!!” Denn der Einstieg in das Cloud Computing-Business bedeutet für einen Softwarehersteller zu Beginn eine ganze Reihe von schwer kalkulierbaren Risiken. Da wäre zuerst einmal die nicht zu unterschätzende Investition in das “Cloud Enabling” der entsprechenden Software-Lösung. Die meisten, auch heute noch im Unternehmenseinsatz befindlichen Software-Lösungen wurden für das klassische Client-/Server-Modell entwickelt und müssen erst einmal für das Cloud Computing-Betriebsmodell angepasst werden. Doch die technische Software-Architektur ist nur eine der “Baustellen” beim Ein-/Umstieg in Software-as-a-Service und Cloud Computing. Weitere “Baustellen”, die es vorab zu bearbeiten gilt, sind ein komplett neues Preis- und Abrechnungsmodell (vom Einmalverkauf zu laufenden, in der Regel nutzungsabhängigen Abrechnung) und die damit verbundene völlig veränderte Kundenbeziehung. Denn anstatt dem Kunden wie bisher ein Stück Software zu verkaufen, das dieser dann selbst oder in Zusammenarbeit mit einem entsprechenden Partner installiert, betreibt und wartet, geht es nun darum, einen kontinuierlichen Online-Service bereit zu stellen und damit auch nach dem reinen Verkaufsabschluss dem Kunden kontinuierlich als “Cloud Service Provider” zur Verfügung zu stehen. Das dies auch Auswirkungen auf den traditionellen Vertrieb und das Marketing hat, ist nur allzu logisch. Die aktuelle Diskussion um Datenschutz und Datensicherheit und die damit verbundene Zurückhaltung vieler Geschäftsanwender, Softwarelösungen zumindest aus der “Public Cloud” zu beziehen, verschärft die Situation zusätzlich Und so kann man sehr gut nachvollziehen, dass gerade viele mittelständische Softwarehersteller in Deutschland – und diese Gruppe macht den Großteil des Softwaremarktes hierzulande aus – den Ball derzeit beim Thema Cloud Computing noch “flach halten”. Bei manchem Geschäftsführer eines Software- oder Systemhauses keimt da vielleicht sogar noch die Hoffnung, dass der “Spuk” von der Software aus der Wolke an ihm vorrüber geht.

“Unsere Software als Cloud Service? Hamm’wer nicht …”

Allerdings ist zu befürchten, dass diese geheime Hoffnung vieler Softwareanbieter in Deutschland vom temporären Cloud Computing Spuk sich nicht bewahrheiten wird. Denn es gibt einen zentralen Treiber für die weitere Entwicklung des Themas Cloud Computing auch hier in Deutschland: Den Anwender. Denn dieser erkennt immer häufiger die Vorteile webbasierter Softwarelösungen – Stichwort “App”, Stichwort “Mobile Computing”, Stichwort “Kostenflexiblität durch nutzungsabhängige Abrechnung” – und möchte diese Vorteile in Zukunft auch bei allen seinen im Unternehmen eingesetzten Softwarelösungen nutzen.

Marktbeobachter gehen deshalb davon aus, dass der Druck von Kundenseite auf mittelständische Softwarehersteller weiter zunehmen wird, ihre Lösungen im Cloud-Modell anzubieten. Und dieser Druck wird in Zukunft sogar noch stärker werden, wenn die so genannten “digital natives”, also junge Menschen, die mit Internet, Web 2.0 und sozialen Medien aufgewachsen sind, in das Berufsleben einsteigen. Unter dem Eindruck des nachwievor in vielen Branchen anhaltenden Fachkräftemangels werden Unternehmen diese Mitarbeiter nur für sich gewinnen und auch binden können, wenn sie ihnen ein Arbeitsumfeld bieten, dass nicht länger vom Personal Computer und Client-/Server-Anwendungen geprägt ist, sondern innnovativen Mobile Computing- und Collaboration-Konzepten folgt – und dazu gehören auch als Cloud Service angebotene webbasierte Softwarelösungen.

Das Henne-/Ei-Problem im Cloud Computing

Und so wären viele deutsche Softwarehersteller ja sogar heute schon bereit, die oben beschriebenen Anfangsinvestitionen in eine Cloud-Migration ihrer Anwendungen zu tätigen, wenn sie sicher sein könnten, dass diese Investitionen sich durch neue Kunden irgendwann auch amortisieren würden. Auf der anderen Seite kann sich ein Kunde natürlich gar nicht für eine Cloud-Variante einer Softwarelösung entscheiden, wenn es diese noch gar nicht gibt. Das klassische “Henne-/Ei-Problem”! Um dieses Problem zu lösen, bietet die Firma Pironet NDH beispielsweise ab sofort ein Cloud-Enabling-Programm an mit einigen Leistungen, die dieses Henne-/Ei-Problem adressieren:

  • Kostenneutraler “Use Case” zum Start mit “Pay as you grow”-Programm in der Folgezeit
  • Kosten werden mit dem Cloud Computing-Umsatz des Anbieter synchronisiert (Abrechnungsmodell)
  • Plattform-as-a-Service mit breiter Technologie-Plattform
  • Cloud Services made in Germany für Datenschutz und Datensicherheit entsprechend der in Deutschland geltenden Vorschriften (BDSG)

Weitere Informationen zum Cloud Enabling-Programm von Pironet NDH für mittelständische deutsche Softwareanbieter haben wir im SaaS-Forum Lösungskatalog für Sie zusammengestellt. Allgemeine Informationen zum Thema SaaS- und Cloud-Enabling von Softwarelösungen finden Sie im ISV-Subnet des SaaS-Forums.




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