“E-Procurement Markt weiter ungesättigt”: ONVENTIS-Geschäftsführer Andreas Schwarze im Gespräch

Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich der Umsatz von ONVENTIS, nach eigenen Angaben in Deutschland der führende Anbieter von e-Procurement Lösungen in der Cloud, im zweiten Quartal um 30 Prozent. Mit den Steigenberger Hotels, SÜSS MicroTec Lithography GmbH, ISS Schweiz AG, TÜV Nord sowie den Maschinenbauern Alpma und Handtmann konnten weitere Neukunden gewonnen werden. “Der E-Procurement Markt ist hierzulande noch ungesättigt”, erklärt ONVENTIS-Geschäftsführer Andreas Schwarze in der Presseveröffentlichung zur Bekanntgabe der Quartalsergebnisse. Das Unternehmen mit Sitz in Stuttgart beschäftigt sich bereits seit mehr als einem Jahrzehnt mit dem Thema Software-as-a-Service. Über diese Erfahrungen, das aktuelle Geschäft und die weiteren Aussichten unterhielten wir uns mit dem ONVENTIS-Geschäftsführer.


Frage: ONVENTIS gehört zweifelsohne zu den deutschen SaaS-Pionieren. Können Sie uns einen kurzen Rückblick auf die Entwicklung des Unternehmens seit der Gründung vor über zehn Jahren geben?

Schwarze: ONVENTIS trat im Jahr 2000 als eines der ersten Unternehmen hierzulande mit der Geschäftsidee an den Markt, Software zu entwickeln und anzubieten, die nicht mehr inhouse installiert werden muss, sondern einfach über das Internet bezogen wird. Damals gehörten wir in Deutschland zu einer Hand voll Unternehmen, die das konnten. Acht Mitarbeiter hatte das Unternehmen in der Startphase. Mit der Akquise der ersten Kunden im Jahre 2002 gelang uns der Durchbruch. Heute beschäftigen wir über 40 Mitarbeiter und über 250.000 Anwender nutzen unseren Service weltweit. Und seit März 2012 bieten wir unsere Beschaffungslösung nicht nur in der Private Cloud von ONVENTIS an, sondern auch in der Public Cloud von Amazon. Dies bietet uns die Chance, Kunden rund um den Globus zu gewinnen und damit weiter zu wachsen.

Frage: ONVENTIS bietet Software-as-a-Service Lösungen für den Beschaffungsbereich an. Warum macht es speziell in diesem Bereich Sinn, Software on-demand zu nutzen?

Schwarze: Neben den allgemeinen Kostenvorteilen, die sich beispielsweise durch die Vermeidung von Anfangsinvestitionen ergeben, bietet sich SaaS besonders für den Einkauf an. Und zwar aus mehreren Gründen: 1. Die Zusammenarbeit zwischen Lieferanten, Einkauf und Entwicklungsabteilung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Das zentrale Hosting bietet allen Partnern die Möglichkeit, in Echtzeit und gleichzeitig auf alle notwendigen Informationen zugreifen zu können. Das ginge grundsätzlich auch über EDI – was aber teurer wäre und Unternehmen in ihrer Flexibilität einschränkt. 2. Über eine SaaS-Anwendung kann der Lieferant beispielsweise problemlos auf vom Kunden definierte Daten aus dem ERP-System zugreifen – ohne Zugang zum ERP-System zu bekommen. Anwendungsszenarien dafür sind u.a. Vendor-Managed-Inventory (VMI) oder die elektronische Auftragsbestätigung und Lieferavis.

Frage: Sie haben erst vor kurzem wie erwähnt bekannt gegeben, dass Ihre Lösung TradeCore SRM ab sofort auch in der Public Cloud von Amazon zur Verfügung steht und dies mit Ihren internationalen Expansionsplänen erklärt. Ist es derzeit im Ausland einfacher, SaaS zu verkaufen als in Deutschland?

Schwarze: Je weiter Sie sich von Deutschland entfernen, desto offener sind unserer Erfahrung nach die Firmen für eine Public Cloud. In den USA beispielsweise tragen sich die Unternehmen kaum mit Bedenken. Aber wie gesagt, wir sind in den letzten Jahren stark mit unserer Private Cloud gewachsen und glauben daran, dass uns das hierzulande und außerhalb Deutschlands auch mit der Public Cloud gelingt.

Frage: Welche Rolle spielt vor diesem Hintergrund „Made in Germany“?

Schwarze: Hierzulande eine große. Denn nach wie vor ist das Thema Cloud in Deutschland mit einer Diskussion um die Sicherheit der Daten verbunden. Anbieter von Lösungen in der Cloud, die ihren Hauptsitz in Deutschland haben, müssen daher Verträge anbieten, die deutschem Recht entsprechen. Bei Streitfällen liegt auch der Gerichtsstand hier. Und da Deutschland für seine Rechtssicherheit und seinen Datenschutz bekannt ist, gehen Entscheider also mit „Made in Germany“ auf Nummer sicher.

Frage: Zum Abschluss wie üblich die Frage nach Ihrer persönlichen Prognose für den deutschen SaaS-Markt im Allgemeinen und Ihr Unternehmen im Speziellen. Wie sieht diese Prognose aus?

Schwarze: Software as a Service zu beziehen, ist hierzulande bereits verbreitet und der Marktanteil wird angesichts der zu realisierenden Einsparungen und Vorteile weiter wachsen. Angetrieben auch durch den Hype um die Public Cloud. Wir sehen daher weiterhin sehr gute Wachstumschancen für uns.

Vielen Dank für das Gespräch!

Initiative Cloud Services Made in Germany: Mehr Rechtssicherheit beim Einsatz von Cloud Computing-Lösungen

Im Interview angesprochen wurde das Thema “Made in Germany” in Bezug auf das Thema Daten- und Rechtssicherheit. Als in Deutschland ansässiger SaaS-Anbieter engagiert sich ONVENTIS unter anderem in der von der AppSphere AG ins Leben gerufenen Initiative Cloud Services Made in Germany. Weitere Informationen zu ONVENTIS finden Sie dort im Lösungskatalog.




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