Initiative Cloud Services Made in Germany im Gespräch: Khaled Chaar, Managing Director Business Strategy bei Pironet NDH Datacenter

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Mit der Firma Pironet NDH hat sich ein Unternehmen an der Initiative Cloud Services Made in Germany beteiligt, dass sich seit längerem speziell mit dem Thema Cloud Services für den Mittelstand beschäftigt und ein umfassendes Portfolio aus Software-as-a-Service (SaaS) und Infrastructure-as-a-Service (IaaS) Lösungen anbietet. Darüber hinaus unterstützten die Kölner Cloud Computing-Spezialisten mittelständische Softwareanbieter auf dem Weg in die Wolke. Wie sie das tun, welche Lösungen sie genau anbieten und was “Made in Germany” für Pironet NDH bedeutet, haben wir mit Khaled Chaar, Managing Director Business Strategy bei Pironet NDH Datacenter sowie Blogautor auf Business-Cloud.de diskutiert.

Frage: Sie haben sich als Lösungspartner an der Initiative Cloud Services Made in Germany beteiligt. Welche Cloud Services bieten Sie an?

Chaar: Auf drei Ebenen bietet Pironet NDH Datacenter Cloud-Dienste für Geschäftskunden im Mittelstand: Standard-Applikationen wie zum Beispiel Microsoft Office 2010 oder einen komplett ausgestatteten Windows-7-Desktop beziehen Unternehmen bei uns im Modell Software as a Service (SaaS). Darüber hinaus betreiben wir geschäftskritische Applikationen unserer Kunden in unseren Rechenzentren und versorgen diese Systeme auf Wunsch mit Hardware-Ressourcen on Demand per Infrastructure as a Service (IaaS). Die dritte Ebene ist das Partnergeschäft: Software-Häusern stellt Pironet NDH eine komplette Cloud-Infrastruktur zur Verfügung. Auf diese Weise halten auch mittelständische Anbieter den Anschluss an moderne Bezugsmodelle und können ihre Produkte on Demand über das Internet vertreiben, ohne in eigene Rechenzentrums-Kapazitäten investieren zu müssen.

Software as a Service (SaaS)
Bei unseren SaaS-Angeboten zahlen Unternehmen flexibel pro Nutzer, Applikation und Monat. Den Kern unseres SaaS-Portfolios bildet die Lösung „Desktop as a Service“. Mittelständler beziehen mit Desktop as a Service die komplette PC-Umgebung für ihre Mitarbeiter online aus der Business-Cloud von Pironet NDH. Über ihren Webbrowser oder einen Thin-Client haben Nutzer Zugriff auf einen Cloud-Desktop auf Basis von Windows 7. Der virtuelle Arbeitsplatz ist mit den gängigen Kommunikations- und Büroanwendungen ausgestattet, unter anderem Microsoft Office 2010, sowie Sicherheits-, Speicher- und Backup-Lösungen. Desktop as a Service lässt sich schlüsselfertig innerhalb von Minuten freischalten und bietet ein ausführliches Reporting für den CIO. Jeder Kunde erhält einen persönlichen Service-Manager als festen Ansprechpartner und Berater. Ein ITIL-konformer Servic-Desk steht zudem rund im die Uhr an 365 Tagen im Jahr für Anfragen zur Verfügung. Zudem können Kunden in Kürze über eine webbasierte Self-Service-Oberfläche auch selbst Nutzerzugänge und Applikationen per Mausklick freischalten.

Infrastructure as a Service (IaaS)
Beim Beitrieb geschäftskritischer Applikationen bieten wir mittelständischen Unternehmen Kosten- und Flexibilitätsvorteile durch Infrastructure as a Service. Viele Softwarehersteller verhindern derzeit durch ihre Lizenzpolitik noch den Bezug komplexer Unternehmens-Lösungen aus der Cloud. Pironet NDH-Kunden können bei geschäftskritischen Applikationen wie ERP- oder CRM-Systemen trotzdem von Cloud-Technologien profitieren. Dank unserer komplett virtualisierten Rechenzentrums-Infrastruktur betreiben wir den Applikationskern im klassischen Managed-Hosting-Modell. Die nötigen Hardware-Ressourcen wie Speicherplatz und Rechenleistung beziehen diese Systeme hingegen on Demand aus unserer Business-Cloud. Somit ist den Lizenzvorgaben der Hersteller genüge getan. Zugleich aber vermeiden Unternehmen beim Betrieb dieser Systeme teure Über- oder Unterkapazitäten, weil sie die erforderlichen Ressourcen nach Bedarf beziehen.

SaaS für Partner
Für die mittelständische Softwarewirtschaft bedeutet die steigende Nachfrage nach Cloud-Diensten ein Problem: Im Gegensatz zu den Global Playern im Softwaremarkt tun sich mittelständische Anbieter schwer, ihre Lösungen on Demand aus der Cloud anzubieten. Denn plötzlich müssen sie sich mit Fragen des Betriebs befassen und entsprechende Rechenzentrums-Kapazitäten aufbauen und betreiben. Zudem gilt es, eine komplette Service-Infrastruktur aufzubauen, inklusive Vertragsgestaltung, monatlicher und nutzungsabhängiger Gebühren, fester Service-Levels für den Betrieb und laufenden Support. Als Spezialist für den Betrieb geschäftskritischer Applikationen und moderner Bezugsmodelle wie Cloud Computing stellt Pironet NDH mittelständischen Softwarehäusern seine Cloud-Infrastruktur, seine hochsicheren Rechenzentren sowie sein Service-Know-how zur Verfügung. Somit finden auch kleine Softwärehäuser den Einstieg in die Cloud-Welt: ohne große Vor-Investitionen.

Frage: Warum sollte sich ein Anwender nach Cloud Services „Made in Germany“ umschauen?

Chaar: Gerade der Mittelstand fordert umfassende Sicherheitslösungen für die Cloud. Weit vorne steht dabei die Standortfrage. Denn die Datenhaltung im Ausland sehen viele IT-Leiter skeptisch. Die Rechenzentren für die großen Public Clouds stehen allesamt außerhalb der Zuständigkeit deutscher Gerichte. In den USA zum Beispiel gelten deutlich geringere Anforderungen an den Datenschutz. Das Safe-Harbour-Abkommen zwischen dem US-Handelsministerium und der EU-Kommission, das besondere Sicherheitsstandards für europäische Geschäftskunden vereinbart, gilt in der Branche als Papiertiger. De facto gehen Unternehmen rechtliche Risiken beim Outsourcing ins außereuropäische Ausland ein. Wenig überraschend bevorzugt der deutsche Mittelstand daher Cloud-Anbieter mit Gerichtsstand und Rechenzentrum in Deutschland.

Anders als viele globale Anbieter speichern und betreibt Pironet NDH die Daten und Applikationen seiner Kunden ausschließlich in eigenen Rechenzentren im deutschen Rechtsraum und nach den anspruchsvollen deutschen Datenschutzvorgaben sowie zertifiziert nach der internationalen ISO-Norm 27001. So erhalten mittelständische Kunden jederzeit Rechtssicherheit bei der Verarbeitung von Auftragsdaten bis hin zur strikten Konformität mit gesetzlichen und Compliance-Vorschriften wie sie sich zum Beispiel aus der GDPdU, dem Bundesdatenschutzgesetz oder aus Standards wie ISO 27001, SAS 70 oder SSAE 16 ergeben.

Frage: In einer Befragung der Computerwoche aus dem letzten Jahr bezeichnete ein Fünftel der Befragten die Idee einer „German Cloud“ als „Quatsch“. Wie stehen Sie zu dieser Aussage?

Chaar: Zunächst widerspricht eine Standortbindung natürlich der Idee des Cloud Computings, das gerade Rechenzentrums-Ressourcen zentralisiert, dadurch effizienter bewirtschaften kann und schließlich über ein weltweites Netzwerk als Versorgungsgut bereitstellt. Trotzdem gibt es gute Gründe, deutsche Cloud-Standorte als Wettbewerbsvorteil zu nutzen. Schließlich profitieren Kunden dadurch von den weltweit strengsten Rechtsnormen und Vorschriften zur Informationssicherheit. Fragen Sie mal einen Automobilzulieferer, wie wichtig für seinen Kunden die IT-Sicherheit ist!
Zudem kennen wir solche Unterscheidungen auch von anderen Allzwecktechnologien. So schauen Verbraucher beispielsweise beim elektrischen Strom sehr genau hin, wie dieser produziert wird. Technisch gesehen unterscheidet sich Strom aus Windkraft nicht von Atomstrom. In der Steckdose kommt jedes Mal nur elektrische Energie an. Trotzdem liegt im Unterschied ein wichtiges Differenzierungsmerkmal für den Markt.

Die Idee der deutschen Cloud ist also weder Quatsch noch ein PR-Gag, sondern ein Differenzierungsansatz im Wettbewerb. Und was soll daran falsch sein, den deutschen IT-Standort voranzubringen und das noch zum Wohl der Kunden?

Frage: Welche Prognose stellen Sie für die zukünftige Entwicklung des Themas Cloud Computing in Deutschland auf?

Chaar: Die Marktforscher setzten zum Jahreswechsel in seltener Einmütigkeit Cloud Computing als das Thema für das Jahr 2011 auf Platz 1 ihrer Agenda. Entsprechend optimistisch fallen auch ihre Umsatzerwartungen aus. Auch in unserem eigenen Erfahrungsbereich spüren wir, dass Outsourcing im Kundeninteresse erstmals hinter das Thema Cloud Computing zurücktritt. Spätestens der Markteintritt der IT-Global-Player in 2010 zeigt, dass es kein Zurück mehr für die Industrie geben wird.

Für den IT-Standort Deutschland heißt das: Softwarehersteller, IT-Dienstleister und Provider dürfen nicht den Anschluss verlieren. Wir müssen uns auf die Anforderungen flexibler Bezugsmodelle von IT wie eben Cloud Computing einstellen. Wir brauchen insgesamt einfachere IT-Dienste, flexibleren Service und eine neue Softwarearchitektur, die Tausende, sogar Millionen Nutzer gut skalierbar bedient.

Doch Cloud Computing steht für einen noch fundamentaleren Wandel, nicht nur für die deutsche Wirtschaft: Durch Cloud Computing wird sich Informationsverarbeitung endgültig zu einem preiswerten und überall verfügbaren Versorgungsgut wandeln. Der bekannte US-Autor Nicholas Carr hat schlüssig dargelegt, dass sich durch diesen „Big Switch“ unsere Wirtschaft und damit auch die Gesellschaft tiefgreifend verändern werden, vergleichbar den Auswirkungen durch die zentrale Produktion von elektrischem Strom in Großkraftwerken und seine Bereitstellung über ein Netzwerk.
Durch Cloud Computing stehen Unternehmen künftig Ressourcen zur Informationsverarbeitung nach Bedarf zur Verfügung. Dazu müssen sie keine eigene Infrastruktur mehr aufbauen. Sie können sich darauf konzentrieren, dieses Potenzial in neue Geschäftsmodelle umzusetzen. Nehmen Sie als Beispiel Google. Dieses Unternehmen schöpft neue Werte, indem es riesige Datenmengen sammelt und durch komplexe Algorithmen verknüpft, bearbeitet, auswertet. Künftig kann dies jedes Unternehmen tun, da es dazu keine eigenen Rechenzentren mehr aufbauen muss.

Vielen Dank für das Gespräch

Weitere Informationen zu Pironet NDH Datacenter sind im Lösungskatalog der Initiative Cloud Services Made in Germany verfügbar. Weitere Informationen zum SaaS-Angebot von Pironet NDH für Software-Anbieter finden Sie im ISV-Subnet des SaaS-Forums.


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