Multi-Cloud-Integration statt “Wolkenbruch”: Nahtlose Integration verschiedener Cloud Services und On-Premise-Systeme

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Eine der größten Herausforderungen, denen sich Unternehmen stellen müssen, wenn sie Software-as-a-Service-Anwendungen und Cloud Computing-Lösungen einführen möchten, ist die Integration dieser cloudbasierten Dienste in die bestehende, in der Regel “on premise”, d.h. im eigenen Unternehmen, betriebene IT-Umgebung. Denn in der Regel beginnt ja kein Unternehmen – von Startup-Unternehmen einmal abgesehen – bei der Einführung von Cloud Services “auf der grünen Wiese” komplett bei null, sondern verfügt bereits über eine seit Jahren gewachsene, heterogene IT-Systemlandschaft.


Dem Endanwender ist es letztendlich egal, ob eine Anwendung, die er nutzt, lokal betrieben oder aus der Wolke bezogen wird. Er möchte “auf Knopfdruck” loslegen können und die Applikation einfach nutzen. Für die hauseigene IT-Abteilung sorgt dieser Wunsch aber nicht selten für Kopfzerbrechen.

Single Sign-On statt Login-Dschungel

Dies beginnt bereits am Morgen im Büro. Der Anwender sitzt an seinem Schreibtisch, startet den Rechner und loggt sich in die Firmen-IT ein. Soweit, so gut. Sofern sich diese Firmen-IT ausschließlich im Unternehmen befindet und vom Unternehmen selbst betrieben wird, sollte dies technisch für die IT-Abteilung keine allzu große Herausforderung sein, denn dafür gibt es seit Jahren markterprobte Protokolle (z.B. LDAP) und Lösungen (z.B. Active Directory von Microsoft). Komplexer wird das Ganze dann, wenn zusätzlich zu den lokal installierten Anwendungen cloudbasierte Applikationen wie eine Cloud-CRM- oder Cloud Speicherlösung eingesetzt werden.

Denn auch diese Lösungen erfordern ein Login des Benutzers – allerdings nicht auf der internen IT-Infrastruktur des Unternehmens, sondern auf dem vom Cloud Service Provider betriebenen Anwendungsportal. Da die im Unternehmen eingesetzten Cloud-Lösungen in der Regel nicht von einem einzigen Cloud Service Provider, sondern von mehreren Anbietern bezogen werden, ist prinzipiell für jede Anwendung eine eigene Anmeldung auf einem anderen Portal erforderlich. Einmal abgesehen von der Vielzahl an erforderlichen Benutzerdaten und Passwörter, die er für jeden Service anlegen und verwalten muss, wird der Endanwender über die Vielzahl unterschiedlicher Login-Seiten und den damit verbundenen Aufwand wenig erfreut sein.

Lösungsansätze für Single-Sign-On

Selbstverständlich gibt es für die eingangs angesprochenen Herausforderungen bereits entsprechende Lösungsansätze. Für das Single-Sign-On haben sich in der Praxis drei Ansätze bewährt. Bei der Portallösung meldet der Benutzer sich einmal in einem Portal an und wird dort authentifiziert und autorisiert. Auf dem Portal erhält der Benutzer dann so auch Zugang zu cloudbasierten Webanwendungen, bei denen er sich nicht mehr separat anzumelden braucht.

Alternativ ist der Aufbau eines Netzes aus vertrauenswürdigen Diensten möglich. Alle Dienste verfügen über eine Identifikation für jeden einzelnen Benutzer, die sie gegenseitig austauschen. Alternativ kann dem angemeldeten Benutzer ein virtuelles Ticket zugeordnet werden. Die erste Anmeldung erfolgt an einem System, der Zugriff auf die anderen vertrauenswürdigen Systeme wird vom zuerst angesprochenen System ermöglicht.

Letztendlich ist auch eine lokale Lösung möglich. Benutzer können auch auf ihrem regelmäßig benutzten Arbeitsplatz einen Client installieren, welcher erscheinende Anmeldemasken sofort mit dem richtigen Benutzernamen und dem richtigen Passwort automatisch ausfüllt. Die Benutzernamen und Passwörter in einer verschlüsselten Datei lokal auf dem PC, auf einer Chipkarte oder auf Single Sign-on-Anwendungen oder auf Single Sign-on-Servern im Netzwerk aufbewahrt werden. Ebenfalls ist es möglich, diese Daten in einen Verzeichnisdienst oder eine Datenbank auszulagern.

Multi Cloud-Datenmanagement

Und auch für die Cloudübergreifende Verwaltung von Anwendungsdaten gibt es mittlerweile Lösungen, wie ein Blick in den SaaS-Forum Marketplace zeigt. So bietet T-Systems beispielsweise mit Data-Orchestration-as-a-Service eine zentrale Integrationsplattform, mit der sich in wenigen Schritten Cloud-Applikationen mit On-Premise-Systemen verknüpfen lassen. Für die Anbindung zu verschiedenen Systemen, Applikationen, Technologien und Datenbanken stehen 150 Schnittstellen zur Verfügung.

Netmail Data Management bietet eine Verbindungsstelle zwischen lokalen Daten (E-Mail-System, Laufwerke etc.) und Daten aus der Cloud (Sharepoint, Dropbox, Office 365 etc.). Netmail Federated Search erleichtert die plattformübergreifende Suche, indem es lokale Daten und Daten aus der Cloud intelligent miteinander vernetzt und damit den Aufwand für die Datensuch deutlich reduziert.

elastic.io ist eine Integrationsplattform-as-a-Service (iPaaS) mit einer reichhaltigen Bibliothek an standardmäßig vordefinierten und wiederverwendbaren Konnektoren für die schnelle Integration von SaaS- und On-Premise Softwarelösungen. Die Lösung bietet damit eine schnellere Anbindung von Business-Lösungen wie Salesforce, MS Dynamics Navision oder Magento, sowie unterschiedlicher Datenbanken und anderer IT-Systeme.

Fazit: Die Integration von On-Premise-Anwendungen und Cloud Services ist alles andere als ein Kinderspiel. Mit dem entsprechenden Lösungsansatz und speziell dafür entwickelten Integrationslösungen können Unternehmen diese Herausforderung allerdings meistern.

Bildnachweis: Tobby Toparkus / pixelio.de



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