SaaS-Forum im Gespräch mit Kathleen Fritzsche von Conceptboard

“Collaboration und Groupware” lautet ja das Thema des aktuellen Marktüberblicks hier im SaaS-Forum. Und passend zum Themenschwerpunkt haben wir mit der Firma Conceptboard aus Stuttgart ein Unternehmen interviewt, das alle Merkmale eines typischen Start-Up Unternehmens aufweist: Die Lösung ist erst seit Anfang 2011 online, konnte sich die finanzielle Unterstützung durch Business Angels und Investoren sichern und ist seit Beginn international aufgestellt. Wie man sich gegen den Wettbewerb durchsetzen möchte, welche Herausforderungen der deutsche Markt im Vergleich zu anderen Märkten stellt und wie man diese Herausforderungen meistern möchte, erklärte Kathleen Fritzsche von Conceptboard in einem kurzen Gespräch.


Frage: Mit Conceptboard bieten Sie eine Collaboration- und Projektmanagementplattform im Software-as-a-Service Modell an. Können Sie etwas zur Entstehungsgeschichte sagen?

Fritzsche: Die Gründer von Conceptboard, Daniel Bohn und Christian Schröder, haben früher als IT-Consultants in verschiedenen Projekten zusammen gearbeitet. Dabei kam oft Frust auf, wenn pro Tag gefühlt 30 E-Mails und Datei-Versionierungen zur Abstimmung und Diskussion im Team hin- und her geschickt wurden. So entschieden sich die zwei Gründer auch schon 2008, Conceptboard zu entwickeln. Die GmbH wurde dann im Herbst 2010 gegründet und seit Anfang 2011 ist Conceptboard online verfügbar.

Nun gibt es am Markt mittlerweile ja eine ganze Reihe an SaaS-Collaboration und PM-Plattformen. Wie möchten Sie sich vom Wettbewerb abgrenzen oder heißt die Devise einfach: Mit dem Strom schwimmen und auf die Attraktivität des Thema setzen …?

Fritzsche: Wir sehen unser Alleinstellungsmerkmal ganz klar in der Verbindung von Echtzeit- und asynchroner Zusammenarbeit im Team auf visueller Basis und grenzen uns dadurch auch von Mitbewerbern ab. Gerade der visuelle und kreative Ansatz zur Darstellung komplexer Zusammenhänge ist eminent wichtig, denn dieser wird oft in Projekten im Arbeitsalltag vernachlässigt.

Wenn man auf Ihrer Webseite den „Über uns“-Link anklickt, landet man auf dem englischsprachigen Profil und auch die Anmutung des Webauftritts ist sehr international. Trügt der Schein oder soll es mit Conceptboard auch über die Grenzen des „Ländles“ hinausgehen?

Fritzsche: Ja, definitiv. Wir sind in englischsprachigen Ländern wie den USA, Kanada und UK hinsichtlich der Nutzer schon sehr gut aufgestellt und möchten dieses Jahr noch weiter verstärkt den europäischen Markt angehen. Deshalb sind die Website und das Tool sowohl in Deutsch als auch in Englisch verfügbar.

Frage: Sie werden durch Business Angels unterstützt und erhielten Anfang des Jahres auch Finanzmittel durch den High-Tech Gründerfonds und Seed-Fonds Baden-Württemberg. Investoren scheinen sich allgemein wieder für die Themen SaaS und Cloud Computing zu interessieren. Wie sind da Ihre Erfahrungen?

Fritzsche: Ja, in dem Bereich tut sich gerade Einiges. Es gibt derzeit viele gute SaaS-Anwendungen, die auf den Markt kommen und auch Finanzspritzen von Investoren erhalten. Das Thema wird in den nächsten Jahren auch noch präsenter werden; der Trend geht definitiv hin zur Verlagerung von Anwendungen in die Cloud. Das ist wirklich toll und vor allem für uns eine spannende Entwicklung.

Frage: Abschließender Blick in die Zukunft: Welche Prognose stellen Sie für den deutschen SaaS-Markt im Allgemeinen und Conceptboard im Speziellen?

Fritzsche: In Deutschland trifft man mit SaaS-Angeboten oft auf Bedenken in Sachen Datenschutz und Datensicherheit. Da sind wir sensibilisierter als viele Kunden im internationalen Umfeld. Das ist einerseits gut, denn natürlich ist das ein unglaublich wichtiges Thema. Andererseits fördert ein traditionell skeptisches Umfeld aber auch keine Innovationen bzw. Experimente. Zum Glück sehen wir aktuell, dass diese traditionelle Skepsis langsam einem reflektierten Umgang mit den Risiken und Möglichkeiten von SaaS weicht und somit den Weg für weitere Innovationen ebnet. Deshalb sehen wir für Conceptboard auch großes Zukunftspotenzial, für den internationalen und für den deutschen Markt.

Vielen Dank für das Gespräch


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