Scopevisio FIBU-as-a-Service: Mit Freemium-Konzept zum Erfolg …

Mit der gleichnamigen FIBU-Lösung bietet die Scopevisio AG aus Bonn eine Komplettlösung für das Rechnungswesen in mittelständischen Unternehmen im Software-as-a-Service (SaaS) Modell an. Ab August 2010 ergänzt das Unternehmen sein Angebot nun um eine kostenlose Einsteigerversion (für bis zu zwei User)
In einem Interview unterhielten wir uns mit Michael Rosbach, Vorstand Scopvisio AG, über die Hintergründe für dieses “Lockangebot”.

Frage: Sie bieten Ihre professionelle Cloud-Lösung für die Finanzbuchhaltung ab Anfang August in einer Einsteigerversion kostenlos an. Warum?

Michael Rosbach: Unsere Professional Edition ist eine Software für den Mittelstand, eine Profi-Software für Unternehmen, die bilanzieren. Der Freiberufler oder das Ein-Mann-Unternehmen hat andere Anforderungen. Deshalb haben wir speziell für Kleinunternehmen, die eine Einnahme-Überschuss-Rechnung erstellen, eine eigene Edition entwickelt, die Free Small Business. Damit können Sie sehr einfach, schnell und ortsunabhängig arbeiten. Wir wollen für Cloud Computing begeistern und die Einstiegshürden so niedrig wie möglich halten, deshalb ist die Software kostenlos. Wenn Sie während der Arbeit merken, dass Sie noch weitere Komfortmerkmale haben möchten, können Sie diese in unserem App Shop direkt in der Anwendung für wenig Geld hinzubuchen.

Frage: Das ist also der Haken an der Sache!

Michael Rosbach: Keineswegs. Es gibt keine Fallstricke in der Art, dass die Dateneingabe kostenlos ist und das Übertragen und Validieren der Daten dann 30 Euro kostet. Als Freiberufler erhalten Sie die Free Small Business für die Einnahme-Überschuss-Rechnung als voll funktionsfähige Anwendung kostenfrei. Apps sind Erweiterungen, die Sie für wenige Euro je nach Bedarf hinzu buchen, zum Beispiel das Rechnungseingangsbuch oder die Faktura. Sie müssen dazu nicht aus dem Programm herausgehen und auch keinen Vertrag unterschreiben. Es läuft wie bei iTunes. Sie haben Ihre Daten hinterlegt und wählen diese Funktion hinzu.

Frage: Kann sich dieses Geschäftsmodell denn überhaupt rechnen?

Michael Rosbach: Wir wollen nicht einige wenige, sondern 100.000 und mehr Kunden, die in der Folge Zusatzfunktionalitäten für kleines Geld erklicken. Natürlich wird es viele geben, die dauerhaft kostenfrei die Software nutzen. Das ist aber ok. Denn durch die Vielzahl der Kunden und die Kapazitäten in unserem Rechenzentrum können wir dies ermöglichen – die Menge macht’s. Außerdem haben Sie bei immateriellen Gütern wie einer Software nicht für jeden Kunden unmittelbare Produktionskosten wie bei einem Auto. Man kann Cloud-Software sehr günstig vervielfältigen, diesen Vorteil nutzen wir – für uns und die Kunden. Eine kostengünstige Alternative im Eurobereich gibt es im Markt kaum. Der Eurobereich ist hier gleich drei oder vierstellig. Dazu müssen Sie jedes Jahr ein Update aufspielen und haben dann am Ende noch drei, vier Programme von unterschiedlichen Anbietern mit verschieden Logins, die Sie dann per Schnittstelle verbinden müssen. Das kriegen Sie hin oder vielleicht auch nicht. Wir erweitern bereits im Sommer 2010 unsere Funktionalitäten um Features wie zum Beispiel Faktura. Alles läuft in einer einheitlichen Oberfläche und ist aufeinander abgestimmt.

Frage: Stichwort „Unterschiedliche Programme“. Wie gehen Sie mit der Schnittstellenproblematik um?

Michael Rosbach: Wir haben standardisierte Im-/Export-Schnittstellen. Deshalb ist die Anbindung an andere Systeme einfach. Unsere Software ist außerdem hochintegriert mit Microsoft Office. Daten können deshalb in beliebigen Formaten wie zum Beispiel Excel, Word, PDF, CSV ausgetauscht werden.

Frage: Buchhaltung ist eine komplizierte Angelegenheit, die gerne an den Steuerberater delegiert wird.

Michael Rosbach: Deshalb haben wir uns Gedanken über eine einfache Oberfläche und klare Benutzerführung gemacht. Bei unserer Software ist die Bedienung intuitiv, das reduziert die Fehlerwahrscheinlichkeit und macht Spaß dazu. Als Nutzer unserer Online-Software rufen Sie Ihre Geschäftsdaten, „in Echtzeit“ ab, statt auf vier Wochen alte Auswertungen vom Steuerberater zu warten, die sie ja eh nur abheften.

Frage: Manch einer will trotzdem nicht auf den Steuerberater verzichten.

Michael Rosbach: Dann kann er seinen Steuerberater problemlos mit ins Boot zu holen. Die Arbeitsteilung sähe dann so aus: Sie scannen einen Beleg, und der Steuerberater, dessen Zugang Sie freigeschaltet haben, tätigt die weitere Buchung. Oder Sie buchen selbst, und er überprüft die Richtigkeit und kann im Zweifel direkt online eingreifen. Dadurch sparen Sie viel Geld, weil der Steuerberater sich nur noch um die kniffligen Fälle oder den Jahresabschluss kümmern muss.

Frage: Wie sieht es mit der Sicherheit aus?

Michael Rosbach: Sie bauen mit Klick auf das Scopevisio-Icon auf ihrem PC automatisch eine hochsichere Verbindung zu unserer Cloud-Software im Rechenzentrum auf. So wie beim Online-Banking. Jeglicher Datenaustausch ist grundsätzlich verschlüsselt. Selbst wenn Sie einen Virus auf Ihrem Rechner haben, kommt an diese Daten keiner ran. Das ist der Vorteil dieser speziellen App-Zugangssoftware. Bei Browsern können Sicherheitslücken entstehen.

Frage: Viele wollen sensiblen Unternehmensdaten nicht im Rechenzentrum liegen haben.

Michael Rosbach: Hier stelle ich immer die Gegenfrage: Was passiert, wenn Sie um 17 Uhr Ihr Unternehmen verlassen und die Putzkolonne kommt? Oder wenn Sie eine Million Euro gewinnen – wo bringen Sie die hin? Verstecken Sie die in Ihrem Keller oder bringen Sie sie die auf die Bank? Auch Ihre Daten sind im Rechenzentrum besser aufgehoben sind als zu Hause oder im eigenen Serverraum. Wenn ich aus unserer Anwendung rausgehe, dann weiß ich, dass im Rechenzentrum in Frankfurt höchste Sicherheitsvorkehrungen gelten, es dort Notstromaggregate, Brandschutz, Klimaregulation, und eine siebenfach redundante Internet-Leitung gibt. Die Daten liegen ja nicht in den USA oder in irgendeiner ominösen Firma, sondern in einem zertifizierten Rechenzentrum, in dem auch bedeutende Banken ihre Daten hosten.

Vielen Dank für das Gespräch!

Freemium-Konzept – kostenloser Einstieg mit kostenpflichtigen Update-Optionen
Das “Freemium” (Kunstwort aus “free” und “premium”) Konzept ist ein Geschäftsmodell, bei dem Basisdienste gratis angeboten, für weitere Dienste aber Gebühren verlangt werden. Das Geschäftsmodell kommt insbesondere im Internet-Bereich zum Einsatz. Bekannte Beispiele sind XING, Skype oder Flickr.

Weitere Informationen zur Fibu-Lösung von ScopeVisio finden Sie im Lösungskatalog des SaaS-Forums.


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