Ende Cloud Service

Wuala stellt Dienst ein: Des einen Freud, des anderen Leid

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Wuala stellt Betrieb ein” – mit dieser lapidaren Überschrift informierte der Betreiber des File Sharing-Dienstes in einem Blog-Beitrag seine Kunden, dass der Service zum 15. November 2015 eingestellt wird. An diesem Tag wird der Wuala-Dienst beendet und alle in der Wuala-Cloud gespeicherten Daten werden gelöscht. Für alle Wuala-Nutzer bedeutet dies, schnellstens die auf Wuala gesicherten Daten zurück zuholen und sich schleunigst über eine Alternative Gedanken zu machen.


Das Beispiel Wuala verdeutlicht ein Problem bzw. eine Frage bei der Nutzung von Cloud Computing- und Software-as-a-Service-Lösungen: “Was passiert, wenn der Betreiber des Cloud Services wie im Fall Wuala die Firma LaCie den Dienst einfach einstellt oder z.B. auf Grund eines Konkurses dazu gezwungen wird?” Mit dieser Fragestellung beschäftigt sich die Firma Uniscon in einer aktuellen Veröffentlichung.

Uniscon: Was passiert mit Firmendaten in der Cloud beim Konkurs des Anbieters?

End of Live – der Consumer-Cloud-Dienst Wuala wird seinen Betrieb einstellen. Was für private Anwender dank der Vorankündigung nur ärgerlich und arbeitsintensiv ist, ist für eine Firma ein größeres Risiko und ein erheblicher Kosten- und Zeitfaktor. Aber auch im boomenden Markt für Business-Clouds tummeln sich (zu) viele Wettbewerber. Die Folge: Der Markt dürfte sich im Laufe der nächsten Jahre konsolidieren. Doch was wird aus Unternehmensdaten, die auf Servern eines eingestellten Dienstes liegen? Wie sicher sind die Daten dann noch? Und welche Garantien gibt es, dass nach Schließung weiterhin alle organisatorischen Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden? Ist ein Dienst erst verschwunden, lässt sich kaum herausfinden, wer vielleicht die Daten von Kunden nicht geschützt oder sie sogar zu Geld gemacht hat.

Wie können Firmen für den Ernstfall vorsorgen?

Bei Abschluss eines Cloud-Vertrages müssen Kunde und Anbieter klar regeln, was im Falle einer Insolvenz oder eines Verkaufs des Dienstleisters mit den Unternehmensdaten passiert. Denn nicht zuletzt die NSA-Skandale haben gezeigt, wie wertvoll Daten von Unternehmen und Behörden für andere Unternehmen und Behörden sind.

Daten, die für Menschen einsehbar sind, lassen sich auch weitergeben: Sobald Daten verarbeitet werden, liegen sie in den Verarbeitungsservern unverschlüsselt vor und können vom Betreiber eines Dienstes eingesehen werden. Deshalb versuchen Cloud-Dienst-Betreiber die Server mit organisatorischen Maßnahmen abzusichern. Daten, die ausschließlich von einer technischen Vorrichtung geschützt verarbeitet werden, sind jedoch selbst vom Zugriff des Betreibers geschützt. Bei der technisch versiegelten Cloud von Uniscon sind demnach auch einem neuen Betreiber des Dienstes oder der Serverfarmen die Daten unzugänglich. Denn die Sicherheitsroutinen und die Sicherheitstechnik kann man rückwirkend nicht ändern. Unternehmen können sich also in jedem Fall sicher sein, dass kein Dritter auf die sensiblen Daten zugreifen wird, weil es technisch gar nicht möglich ist. Bevor ein Zugriff auf das System und die Daten überhaupt erfolgen kann, werden alle Daten mit nutzerindividuellen Schlüsseln verschlüsselt gesichert, alle unverschlüsselten Daten löschen sich spurlos. Diese vom Hersteller entwickelte Betreibersicherheit geht an den neuen Eigentümer über. Selbst, wenn das Datencenter aufgelöst würde, beispielsweise durch die Insolvenz eines Unternehmens, bleiben die Daten in der Sealed Cloud versiegelt.

Wenn die Daten wie beim Kommunikationsdienst IDGARD von Uniscon in Standardformaten vorliegen, dann ist auch die Portabilität gewährleistet. Kunden haben daher genügend Zeit, die Daten zu sichern oder an einen anderen Dienst zu übertragen. Nach drei Monaten löscht das System die Daten – rechtlich nachweisbar – spurlos und nicht wiederherstellbar.

Hornetdrive geht durch die Decke: Deutlicher Umsatzanstieg im August – Ende von Wuala ein ausschlaggebender Grund

Doch wie häufig im Leben gibt es auch im Fall Wuala Profiteure. Einer davon ist nach eigener Aussage die Firma Hornetsecurity. Zumindest sieht Sie einen Zusammenhang zwischen dem Wuala-Ende und dem Erfolg der eigenen Lösung, wie sie in der nachfolgenden Mitteilung erklärt: Die Cloud-Speicher-Lösung Hornetdrive hat in den vergangenen Wochen einen enormen Umsatzsprung verzeichnet. Ein Grund hierfür dürfte im angekündigten Aus von Wuala liegen, das der französische Anbieter LaCie zuletzt bekannt gab. Mit Hornetdrive stellt der hannoversche Anbieter Hornetsecurity eine ideale Alternative bereit – einen vollständig verschlüsselten Online-Datenspeicher auf Basis aktuellster Technologien, der aufgrund seiner Funktionalitäten vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen geeignet ist.

„Nach der Bekanntgabe von LaCie haben wir eine deutlich verstärkte Nachfrage nach unserem vollverschlüsselten Online-Speicher Hornetdrive festgestellt und konnten allein im August ein Umsatzplus von 8 Prozent gegenüber dem Vormonat verzeichnen“, sagt Oliver Dehning, Geschäftsführer von Hornetsecurity. Hornetdrive bietet seinen Nutzern die Möglichkeit, ihre Daten durchgängig verschlüsselt und redundant in der Cloud zu speichern. Die gespeicherten Daten werden automatisch mit den Systemen der Nutzer synchronisiert und stehen dort auch offline zur Verfügung. „Es freut uns, dass die Kunden vermehrt auf vollverschlüsselte Lösungen setzen“, so Oliver Dehning.

Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen setzen auf Hornetdrive: Mit der Lösung bieten sie ihren Mitarbeitern einen Online-Speicher, in dem sie Dateien zentral speichern, verwalten und schnell und unkompliziert gemeinsam bearbeiten können – auch auf Laptops und mobilen iOS- und Android-Geräten. Sollte ein mobiles Device verloren oder die Festplatte eines Rechners kaputt gehen, beugt Hornetdrive dank der Synchronisationsfunktion einem Datenverlust vor – der Cloud-Speicher synchronisiert sämtliche Dateien automatisch und speichert sie in der Cloud, sodass sie immer verfügbar sind. Zudem schützt Hornetdrive sämtliche Daten mit der neuesten Verschlüsselungs-Technologie: Vor dem Upload werden alle Dateien und Informationen lokal verschlüsselt, so dass sie sicher in der Cloud liegen und nur diejenigen auf die Klardaten zugreifen können, die den Schlüssel besitzen. Die Speicherung der Daten erfolgt zudem ausschließlich in gesicherten Rechenzentren in Deutschland – ein weiterer Pluspunkt für Anwender, die deutsche Datenschutzbestimmungen einhalten müssen.

Wechsel des Cloud Computing-Anbieter: Vertraglich regeln und nach Alternativen Ausschau halten

Aus dem Beispiel Wuala lassen sich aus Anwendersicht zwei Lehren ziehen:

  1. Bereits beim Abschluss des Cloud Vertrags – und dieser Abschluss geschieht bei vielen Cloud Diensten heute durch einfaches Anklicken des Kästchens “AGBs gelesen und zugestimmt” – sollte der Anwender wissen, wie das Ausstiegsszenario aussieht. Denn es muss ja gar nicht ein Beenden des Dienstes wie bei Wuala oder eine Insolvenz wie von Uniscon in den Raum gestellt sein. Es kann ja einfach sein, dass der Anwender zu einem anderen Cloud Service Provider wechseln möchte und deshalb seine Daten “umziehen” möchte. Wie dies reibungslos funktioniert, muss vorab geklärt sein.
  2. Gott-sei-Dank gibt es in vielen Anwendungsbereichen mittlerweile eine große Auwahl an Cloud Computing- und Software-as-a-Service-Angeboten – im SaaS-Forum Lösungskatalog sind aktuell mehr als 300 SaaS-Lösungen gelistet. Es sollte also für den Anwender kein Problem sein, eine entsprechende Alternative zu finden, falls ihm der bisherige Anbieter den Stuhl, oder besser gesagt, die Daten vor die Tür stellt. Dennoch macht es auch hier Sinn, sich regelmäßig nach Alternativen umzusehen.

Bildnachweis: Anna-Lena Ramm / pixelio.de




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Ein Kommentar

  1. Liebes SaaS-Forum Team, gerne möchten wir Ihren Artikel um die Alternative blaucloud.de ergänzen. Ebenfalls ein verschlüsselter Cloud-Speicher Dienst mit Serverstandort Deutschland, jedoch der Möglichkeit unbegrenzt Benutzer innerhalb einer völlig eigenständigen Cloud-Instanz anlegen zu können. Daneben unterstützen wir in den vergangenen Wochen eine große Anzahl an Kunden bei Ihrer Migration von Wuala zu blaucloud.de mit Erfolg.
    Liebes Redaktions-Team und alle Interessierten verschaffen Sie sich doch selbst einen Überblick unter https://www.blaucloud.de
    Viele Grüße
    Ihr blaucloud.de Team

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